„Bewegung ist Leben, und die Qualität der Bewegung eines Menschen zeigt die Qualität seines Lebens.“

                                                             Moshe Feldenkrais

Kinder, die …

–> frühgeboren wurde

–> einen zu starken oder zu schwachen Muskeltonus hat (hypoton, hyperton)

–> sich nicht altersgerecht entwickelt (zB nicht zu krabbeln beginnen, nicht zu laufen beginnen, sprechen usw.)

–> den Kopf nur zu einer Seite bewegen mögen, eine Lieblingsseite baben, eine Kopfdeformierung haben…

–> Wahrnehmungsstörungen haben

–> den Kopf stark nach hinten oder vorne überstreckt  (auch beim Schlafen – und dies REGELMÄßIG tun, nicht nur einmal)

–> Schreibabies

–> Kinder mit AD(H)S, LRS, Dyskalkulie

–> Kinder mit zu wenig Selbstbewusstsein

haben sehr oft ein Thema mit den frühkindlichen Reflexen. Diese sind dann meist noch nicht richtig integriert, das heißt, abgebaut.

Dies ist aber für eine normale und gute Entwicklung des Kindes, in allen Bereichen und auf allen Ebenen, essentiell notwendig.

Frühkindliche Primitivreflexe und deren Auswirkung – was bedeutet das alles???

Zuerst eine Definition, was Primitivreflexe überhaupt sind: „Das Gehirn ist bei der Geburt noch unreif. Zwanghafte Reflexbewegungen bestimmen in einem festgelegten Schema die ersten Bewegungen des Menschen. In der gesunden Entwicklung verlieren diese Reflexe in den ersten Lebensmonaten an Einfluss und es entwickelt sich eine reife, freie, willentliche Bewegungssteuerung.“ (http://flexikon.doccheck.com/de/Reflex, in Kocher, 2014, S. 16)

Einfach erklärt am Beispiel des Handgreifreflexes, den wohl jeder kennt: Dieser Reflex ist direkt nach der Geburt aktiv und leicht zu erkennen: legt man den Finger in die Hand des Säuglings, greift dieser zu und es erfolgt ein Faustschluss mit eingeschlagenem Daumen. Dieser frühkindliche Reflex ist bis zum Alter von drei Monaten physiologisch – muss sich danach aber integriert haben, das heißt, er darf nicht mehr auslösbar sein, damit ein korrekter Unterarmstück (der nächste wichtige Meilenstein in der kindlichen Entwicklung), welcher offene Hände voraussetze, möglich ist. (vgl. Kocher, 2014, S. 17 in: Diplomarbeit zur Erlangung des Reittherapeuten: „Die Wirkung des leibtherapeutischen Einsatzes des Pferdes für änglichste Kinder mit wenig Selbstvertrauen, Regina Hoffmann)

Wenn also frühkindliche Reflexe (meines Wissens und Recherche nach gibt es derzeit 25 verschiedene), noch aktiv sind, können sich Säuglinge und später Kinder viel schwerer entwickeln. Zudem kostet es ihnen sehr viel Anstrengung, um das alles zu kompensieren. Spätestens im Schulalter müssen diese Kinder deutlich mehr leisten und sich mehr anstrengen, als andere Kinder, die bereits ihre frühkindlichen Reflexe gut integiert haben.

Hier ein zweites Beispiel – der Moro-Reflex:

Der Moro Reflex, auch Schreckreflex genannt, wird durch vier verschiedene Parameter ausgelöst:

1. zu lautes Geräusch (akustischer Reiz),
2. zu plötzliche Helligkeit (optischer Reiz),
3. zu schnelle Bewegung – auch beim Getragenwerden durch z.B. Tanzen mit dem Baby, schnelle Drehungen (kinästhetischer Reiz) und
4. überraschende, heftige Berührung (taktiler Reiz).

Es kommt beim Baby bzw. Kind zu einer unmittelbaren Erregung, der Blutdruck, die Atemfrequenz und der Herzschlag erhöhen sich und außerdem werden die Stresshormone Kortisol und Adrenalin ausgeschüttet. (vgl. Bartel, S. 47) Auch eine Rötung der Haut ist zu sehen und es kommt oft zu Gefühlsausbrüchen mit Wut und Tränen. (vlg. Sally Goddard Blythe, 2016, S. 22)

Kinder oder Erwachsene mit einem persistierenden Moro-Reflex werden oder sind ängstlich, besonders in neuen und unbekannten Situationen – diese machen Angst, weil „nie genau einzuschätzen ist, ob das unangenehme Gefühl erneut oder vielleicht sogar verstärkt ausgelöst wird.“ (Bartel, 2016, S. 46) Weitere Auswirkungen sind allgemeine Reizüberreaktionen, Hypersensitivität, starke Stimmungsschwankungen, emotionale Labilität, Phasen von Hyperaktivität, gefolgt von übermäßiger Ermüdung, geringem Selbstwertgefühl, Gefühl von Unsicherheit – die Betroffenen sind in einer sogenannten ständigen „Alarmbereitschaft“. (vgl. Sally Goddard Blythe, 2016, S. 25ff) Kocher fügt zu den Symptomen noch eine Abneigung gegen Veränderungen hinzu sowie eine taktile Überempfindlichkeit (vgl. Kocher, 2014, S. 66), die ich aus meiner persönlichen Erfahrung mit diesen Kindern nur bestätigen kann. Auch weit aufgerissene Augen sind ein Zeichen eines aktiven Moro-Reflexes und als Baby standen diesen Kindern oft die „Haare zu Berge“. Die Angst vor Neuem, auch im Erwachsenenalter, kommt zudem deutlich zu tragen.

ZUSAMMENFASSUNG & ERWEITERUNG:
Der Moro-Reflex ist als Säugling normal – und soll / muss bis zum vierten Monat integriert bzw. gehemmt werden. Das heißt, er darf nicht mehr aktiv da sein.

WAS DER AKTIVE MORO-REFLEX MACHT:

Ein aktiver Moro-Reflex macht das Baby / Kind:

1) muskulär hypoton (zu schwacher (Grund)Tonus)

2) hochsensitiv

3) oft auch taktil überempfindlich (Kleidungsprobleme, vertragen keine oder wenig Cremes, bekommen gleich Ausschlag, sehr sensible Haut)

4) Gleichgewichtsprobleme und schwindelig bei Höhen

5) schlechte Schläfer – da das Kind ständig in „Alarmbereichtschaft“ ist

6) Angst / Abneigung vor Neuem

7) wenn Moro sehr ausgeprägt, erschrecken diese Kleinkinder / Kinder sogar, wenn jemand laut neben ihnen hustet

8) geringes Selbstwertgefühl

9) Purzelbaum oder Kopfstand schwierig (bis sogar nicht möglich)

10) oft Verdauunsprobleme – da sich der Moro-Reflex auch auf den Glukosehaushalt auswirkt, sollten diese Kinder oft eine Kleinigkeit essen. Nicht nur Frühstück, Mittag und Abenessen sondern (vor allem für Schüler wichtig!!!) Zwischenmahlzeiten! Cortisol und Adrenalin, die beiden Stresshormone, schlucken ganz schön viel Energie.

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